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Einführung:

Mehr als 50 Berufsbildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland sind als Einrichtungen zur beruflichen Erstausbildung und Rehabilitation gemäß dem Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) für die Ausbildung junger behinderter Menschen tätig.

  1. Wer sind wir

Der gesetzliche Auftrag

Gemäß § 35 Abs. 1 SGB IX werden „Leistungen durch Berufsbildungswerke… ausgeführt, soweit Art und Schwere der Behinderung oder die Sicherung des Erfolges die besonderen Hilfen dieser Einrichtungen erforderlich machen.“

Es folgen dann im Gesetzestext konkrete Vorschriften hinsichtlich der Ausgestaltung und Durchführung dieser Leistungen, der Teilnahmebedingungen, der Mitwirkung der Teilnehmenden sowie zur Anwendung der entsprechenden Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.

Über 15000 Plätze stehen  damit für berufliche Ausbildung und Teilnahme an Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen zur Verfügung.

Drei dieser Berufsbildungswerke tragen den Namen Kolping in ihrem Titel:

  • Kolping-Berufsbildungswerk Brakel (Nordrhein-Westfalen)
  • Kolping-Berufsbildungswerk Hettstedt (Sachsen-Anhalt)
  • Kolping-Berufsbildungswerk Essen (Nordrhein-Westfalen)

Adolph Kolping verpflichtet

Die Kolping-Berufsbildungswerke sind Einrichtungen des Kolpingwerkes und damit dem Priester und Sozialreformer Adolph Kolping organisatorisch und inhaltlich verbunden. Adolph Kolping richtete sein Wirken als Geistlicher ganz auf die Erziehung des christlichen Menschen. Dieser sollte als tüchtiger Christ, zugleich tüchtiger Arbeitnehmer und verantwortliche/r Mutter und Vater, ein engagiertes Mitglied der Gesellschaft werden („Tüchtigkeitsviereck“).

Damit dies im praktischen Alltag der Menschen erreichbar wurde, unterstützte er die Gründung von Gesellenvereinen, in denen sich die Handwerksgesellen trafen und auch gemeinsam bildeten. Adolph Kolping gründete 1849 in Köln einen katholischen Gesellenverein und trug durch seine publizistischen Tätigkeiten zur Gründung zahlreicher Gesellenvereine in Deutschland bei. Adolph Kolping verband in seiner ganzheitlich orientierten pädagogischen Arbeit die Bildung des Herzens mit der Bildung des Kopfes (emotionale und kognitive Dimension).

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  1. Was wollen wir

Selbstverständlich wollen wir zuerst einmal den gesetzlichen Auftrag erfüllen. Das bedeutet, dass wir Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit dem Förderschwerpunkt Lernen Kenntnisse und Fertigkeiten in einer Reihe von Ausbildungsberufen vermitteln, die zum erfolgreichen Abschluss der Kammerprüfungen befähigen und zur Integration in die Arbeitswelt beitragen.

Die schwierigen sozialen und oft psychisch belastenden Erfahrungen der meisten unserer Teilnehmenden erfordern, dass wir sie dabei unterstützen, ihre Lernbereitschaft erst einmal zu entwickeln, indem wir die Entfaltung ihrer Persönlichkeit fördern, ihr Selbstvertrauen stärken und ihr „emotionales Gedächtnis“ positiv auffüllen.

Aber wir wollen noch mehr: Wir richten unsere Arbeit an der ganzheitlichen Pädagogik Adolph Kolpings aus. Unser Konzept besteht darin, den Teilnehmenden in den alltäglichen Lebenssituationen (beim Lernen, bei der Freizeit und anderen sozialen Tätigkeiten) ein Umfeld zu bieten, das grundsätzlich von Freundlichkeit und Akzeptanz geprägt ist.

Mit gezielten Interventionen, die eine positive Verstärkung in den Mittelpunkt stellen, arbeiten alle Abteilungen des Hauses gemeinsam daran, die emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten der jungen Menschen zu fördern.

Teil des internationalen Kolpingwerkes

Die Kolping-Berufsbildungswerke Brakel, Essen und Hettstedt sind Teile des Internationalen Kolpingwerkes, das sich seit der Gründung durch Adolph Kolping rasch entwickelt hat.

Heute umfasst das Internationale Kolpingwerk mehr als 600.000 Mitglieder in 60 Ländern der Erde und zeichnet sich durch eine Fülle von Einrichtungen im Bildungs- und sozialen Bereich aus.

Innerhalb dieses Verbandes trägt der Kolpingwerk-Diözesanverband Essen als Gründungs- und Hauptgesellschafter des Kolping-Berufsbildungswerkes Essen besondere Verantwortung.

  1. Welche Grundsätze gelten für unsere Arbeit
  • Wir setzen uns mit der Person und dem Werk Adolph Kolpings auseinander, um das Fundament unserer Arbeit bekannt zu machen.
  • Wir sehen in jedem/jeder Teilnehmenden die Einmaligkeit des Menschen und respektieren ihn entsprechend als Partner.
  • Wir bieten den Teilnehmenden für die Dauer ihres Aufenthaltes Gemeinschaft und Heimat, um so der Vereinzelung entgegen zu wirken und soziale Kompetenzen zu stärken.
  • Wir gehen achtsam und verantwortungsbewusst mit Nähe und Distanz um und respektieren die Intimsphäre der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
  • Wir bemühen uns, jede Form persönlicher Grenzverletzung bewusst wahrzunehmen und die notwendigen und angemessenen Maßnahmen zum Schutz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzuleiten. Wir beziehen gegen diskriminierendes, gewalttätiges und sexistisches Verhalten, ob in Wort oder Tat, aktiv Stellung.
  • Wir geben den Teilnehmenden Orientierung und zeigen Perspektiven auf, die sie bislang oft nicht hatten.
  • Wir sind unseren Teilnehmenden Vorbilder und leben vor, wie man verantwortlich, partnerschaftlich und kooperativ miteinander umgeht.
  • Wir unterstützen die Teilnehmenden bei der Übernahme von Verantwortung für sich und andere.
  • Wir ermuntern die Teilnehmenden durch eigenes Beispiel zur Offenheit, sich auf andere einzulassen, sich immer wieder selbstkritisch zu überprüfen und lebenslang zu lernen.
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Wir vermitteln, wie wichtig ein Fundament für das eigene Leben und Handeln ist.

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